Künstler:innen

Below the Skin ist eine Tanzkompanie, die Aly Khamees und Jelena Mair 2019 gegründet haben. Aly leitet die Kompanie künstlerisch und choreografiert, Jelena verantwortet Konzept und Produktion. Die Stücke von Below the Skin greifen Tanztraditionen verschiedener Kulturen auf und fragen, was Menschen über Grenzen hinweg verbindet. Sie entstehen gemeinsam mit den Tänzer:innen, die ihre eigenen Geschichten einbringen.

Am Tanzhaus Zürich zeigte Aly 2023 das Solo Naslah, inspiriert vom ägyptischen Strassentanz mit Messern. 2024 folgte Empty City über die Totenstadt von Kairo, in der Lebende und Tote zusammenwohnen.

Mit Rhythm of Reverence eröffnete die Kompanie im September 2026 die Saison. Das Stück entstand aus offenen Workshops. Neun weiblich identifizierte Performerinnen, professionelle Tänzerinnen und Workshop-Teilnehmerinnen, fragen darin, was von alten Ritualen bleibt.

Aly Khamees und Jelena Mair sind Kompliz:innen am Tanzhaus Zürich. Aly leitet dort regelmässig offene Workshops für alle ab 17 Jahren, Vorkenntnisse braucht es keine. Was dabei entsteht, fliesst in kommende Produktionen der Kompanie ein.

Eine Person in weitem beigem Hemd tanzt mit gesenktem Kopf auf einer dunklen, spiegelnden Bühne, das Gesicht mit dunklen Linien bemalt.© Maria Cheilopoulou

Charlotte Mathiessen ist Performerin, Choreografin und Dramaturgin. In ihrer Arbeit verwebt sie feministische Praxis, dramaturgisches Denken und künstlerisches Schaffen. Neugier, Lust und Wut treiben ihre Prozesse an. Charlotte studierte zeitgenössischen Tanz an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten und arbeitete danach mehrere Jahre als Performerin und Choreografin. 2020 kehrte sie nach Zürich zurück und schloss den Master in Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste ab.

2022 war sie Teil der Plattform Show-Off am Tanzhaus Zürich. 2023 nahm sie mit einem Stipendium von Pro Helvetia am Programm ATLAS von ImPulsTanz teil, 2024 war sie Teil von PREMIO. Ihr erstes abendfüllendes Stück night body night voice entstand mit Marquis’ McGee, Lilli Unger und Joseph Baan und hatte im Februar 2025 am Tanzhaus Zürich Premiere.

Seit 2024 leitet Charlotte zudem das Zirkusquartier Zürich mit, ein Theater für zeitgenössischen Zirkus. Charlotte ist Komplizin am Tanzhaus Zürich.

Charlotte Mathiessen tanzt in schwarzem Kapuzenpullover und roten Shorts auf einer Bühne, im Hintergrund sitzt das Publikum.© Yoshiko Kusano

Muhammed Kaltuk gründete die Company MEK 2017. Die Kompanie verbindet Hip-Hop und zeitgenössischen Tanz mit kulturellen und tänzerischen Traditionen. MEK steht für Vielfalt und hat eine klare aktivistische und künstlerische Stimme. Muhammed wurde in der Schweiz geboren und wuchs in einer konservativen türkischen Familie auf. Um sich von seiner Erziehung zu lösen, machte er sich in der Schweizer Hip-Hop-Szene einen Namen. Mit 25 begann er seine Ausbildung an der Höheren Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz in Zürich. Dort fand er seine Arbeitsweise: Er entwickelt Material aus dem Bewegungsrepertoire der Tänzer:innen und verwebt es mit seinem eigenen Stil.

Father Politics entstand mit der Kaserne Basel und dem COLOURS International Dance Festival Stuttgart. Das Stück handelt von der Ohnmacht der Politik und tourt national und international. Am Theater St. Gallen, am Luzerner Theater und am Theater Basel setzte Muhammed Zeichen zu toxischer Männlichkeit, Herkunft und Territorien. Im Mai 2027 zeigt MEK eine neue Produktion in der Kaserne Basel. Muhammed Kaltuk und die Company MEK sind Kompliz:innen am Tanzhaus Zürich.

Porträt von Muhammed Kaltuk mit Bart und kurzen Haaren, die Arme auf eine Stuhllehne gestützt, in einem dunklen Theatersaal.© Muriel Florence Rieben

Cosima Grand ist Choreografin und Tänzerin. Sie interessiert sich vor allem für das empathische Potenzial von Tanz. Sie untersucht, wie Menschen über Bewegungen und Körperempfindungen miteinander in Resonanz treten. Dafür hat sie eine Körperpraxis aus schaukelnden und zitternden Bewegungen entwickelt, die auch die Stimme einbezieht.

Cosima absolvierte ihre Tanzausbildung am CNDC d’Angers und war Mitglied der Cie Marchepied in Lausanne. In Genf schloss sie einen Bachelor in mehrsprachiger Kommunikation ab, in Bern studierte sie Theaterwissenschaft und Soziolinguistik. Zu ihren Stücken gehören CTRL-V (EP) (2. Preis PREMIO 2015), Restless Beings (2020) und things veer (2023). 2015 erhielt sie den Kulturförderpreis des Kantons Wallis, 2020 eine kulturelle Auszeichnung der Stadt Zürich und 2026 einen Schweizer Preis Darstellende Künste.

Seit Langem beschäftigt sich Cosima mit dem Thema Zeit. In ihrem Solo Schmerzstück, das im Dezember 2025 am Tanzhaus Zürich Premiere hatte, geht es auch um die zeitlichen Dimensionen von Schmerz. Im Zeitlabor lädt sie dazu ein, Zeit jenseits der Uhr zu erleben. Cosima ist Komplizin am Tanzhaus Zürich.

Schwarzweiss-Porträt von Cosima Grand mit Dutt und Pony im gestreiften Rollkragenpullover, Blick in die Kamera.© Phil Bucher

Criptonite ist ein seit 2020 existierendes crip-queeres Theaterprojekt der in Zürich lebenden Künstler:innen Edwin Ramirez und Nina Mühlemann. Die Stücke von Criptonite arbeiten mit Aesthetics of Access (Barrierefreiheit als Ästhetik) und rücken die Wahrnehmungsstile und Erfahrungen von behinderten Menschen in den Mittelpunkt. Die letzte Arbeit von Criptonite, Bioluminescence, feierte im Sommer 2025 im Tanzhaus Zürich Premiere, und die Arbeit Pleasure hat international getourt. Neben Bühnenarbeiten veranstaltet Criptonite auch Community-Events wie Labs, Workshops und weitere Events. Criptonite hat für die Jahre 2024–2027 von der Stadt Zürich die mehrjährige Konzeptförderung erhalten.

Criptonite© Jean-Marc Thurmes

Kwangsuk «Issue» Park ist Choreograf und Performer aus Südkorea und lebt in Zürich. Er leitet das Kollektiv eight2one künstlerisch. Seine Stücke verbinden Breaking, zeitgenössischen Tanz, Humor und Spiel. Dabei fragt er, wie Menschen teilhaben, wie kulturelle Identität entsteht und was uns verbindet. Zuletzt arbeitete Kwangsuk unter anderem mit Kaori Ito am TJP–CDN Strasbourg, mit James Thierrée und mit Below the Skin.

Aktuell entwickelt er mit eight2one die Familienproduktion Das Schwingfest für Kinder ab 6 Jahren. Inspiriert vom Kinderlied «Mini Farb und Dini» verwandeln sich darin zwei Performer in Tierfiguren, messen sich im Schwingen und erfinden die Spielregeln nach und nach neu. Vom Stück inspiriert ist auch der regelmässig stattfindende Familien-Workshop im Breaking, den Kwangsuk mit Hyosung «Cho» Joo am Tanzhaus Zürich leitet.

Kwangsuk ist Komplize am Tanzhaus Zürich.

Eine Person in weiter, weisser Kleidung steht aufrecht in einer Gasse mit Kopfsteinpflaster zwischen historischen Häusern.© Louni

Eman Hussein ist Tänzerin, Choreografin und Tanzfilmemacherin aus Kairo, Ägypten, und lebt in Zürich. Ihre künstlerische Arbeit wurzelt in ihrer Herkunft aus der Arbeiter:innenklasse und in der langen Beobachtung des Alltags. Eman Hussein erforscht die Beziehung zwischen körperlicher Arbeit, Bewegung und zeitgenössischem Tanz.

Dafür arbeitet Eman Hussein eng mit Arbeiter:innen zusammen und verbringt oft längere Zeit in deren Werkstätten und an deren Arbeitsorten. Dort beobachtet und erlebt die Choreografin, wie die Arbeiter:innen mit Werkzeugen, Material und Raum umgehen. So lernt Eman Hussein das Bewegungsvokabular der Arbeit von innen kennen und entwickelt daraus eine choreografische Sprache, die alltägliche Arbeitsgesten in zeitgenössische Performance verwandelt.

Daraus entsteht ein «Bewegungsalphabet». Es beruht auf Wiederholung, Rhythmus, Asymmetrie und darauf, wie Arbeit den Körper prägt. Eman Hussein interessiert, wie Gefühle wie Erschöpfung, Stolz, Sehnsucht und Freude in funktionalen Gesten stecken und wie daraus ausdrucksstarke Bewegung werden kann. Durch Atem und Wiederholung gehen Arbeitsbewegungen in tranceartige Zustände über. Der Körper bewegt sich dann zwischen Funktion und Abstraktion.

Im Dialog mit dem zeitgenössischen Tanz entsteht so eine Körpersprache, die zugleich roh und poetisch ist. Sie macht die unsichtbaren Seiten der Arbeit im Körper sichtbar.

Die Arbeiten von Eman Hussein wurden international an Festivals gezeigt, darunter Zürcher Theater Spektakel, Festival de Danse Cannes – Côte d’Azur, Festival Theaterformen und Cinédanse. Eman Hussein erhielt den PREMIO Nachwuchspreis 2026 und ist Komplizin von Tanzhaus Zürich. Hier entsteht Undeclared Work, das dritte Kapitel der fortlaufenden Reihe Labour Work – Between Work and Dance.

Porträt von Eman Hussein im Sonnenlicht, dunkle Locken, weisses Top, Blick zur Seite. Der Hintergrund ist unscharf.© Aurele Ferrier

Eugénie Rebetez (*1984) wuchs im Schweizer Jura auf. Seit über 15 Jahren arbeitet sie als freischaffende Bühnenkünstlerin. Sie kreierte bislang mehrere Solostücke: Gina (2010), Encore (2013), Bienvenue (2017), Ha ha ha (2021), ein Stück für Junges Publikum, das von Tarek Halaby interpretiert wurde sowie zuletzt Comeback (2025). Für La Fête des Vignerons in Vevey erschuf sie mit Le défilé droit direct du Jura (2019) eine rebellische Parade. Weitere Werke waren Nous trois (2019), ein infernales Trio, sowie Rendez-vous (2022), ein Stück mit mehreren Gästen. Von Rendez-vous drehte Carmen Jaquier für das Westschweizer Fernsehen RTS eine Filmversion. Parallel zu ihren Bühnenwerken kreiert Eugénie Rebetez Performances an Kunstorten, darunter One night only (Kunst Halle St. Gallen, 2014), Unfertig (Hauser & Wirth Zürich, 2015) sowie Flesh, Heart and Soul und Geduld (für die Ausstellungen von Pipilotti Rist in der Kunst Halle Krems 2015 und im Kunsthaus Zürich 2016). Seit fast einem Jahrzehnt arbeitet sie jährlich mit den Studierenden des Bachelors Tanz von La Manufacture (Haute Ecole des Arts de la Scène) in Lausanne. Von 2024 bis 2027 wird Eugénie Rebetez im Rahmen der Konzeptförderung, dem neuen Fördermodell von Stadt Zürich Kultur, kontinuierlich unterstützt und ist seither auch Tanzhaus-Komplizin.

Porträt einer Frau mit kurzen dunklen Haaren, die zwinkernd und lächelnd mit rotem Lippenstift von oben in die Kamera blickt, vor schwarzem Hintergrund.© Anne Morgenstern

Ivy Monteiro entwickelt figurative Darstellungen in Tanz, Performance & Musik. Mit fluiden Gestalten und Charakteren werden Themen wie Femininity und Gender vereint, sowie soziale und ethnische Stereotypen. Ausserdem werden vermeintliche Ahnen und die Spiritualität neu interpretiert und in futuristischen Stücken dargestellt. Ivy ist auch bekannt als Mother Tropikahl Ivy B. Poderosa – Ivy produziert Veranstaltungen mit Fokus auf ein migrantisches QTIBPOC-Publikum in der Schweiz. Ivy Monteiros Werke wurden bisher im Museu da Imagem e do Som de São Paulo, Queer Biennial II in Los Angeles, Les Urbaines in Lausanne, Eco Futures Festival in London und anlässlich der Eröffnungsfeier des Schweizer Pavillons an der Biennale Venedig 2019 präsentiert.

Porträt einer Person mit einem voluminösen, kunstvoll gewickelten Kopftuch in Grün-, Blau- und Türkistönen, mehreren Ohrringen und einer sichtbaren Tätowierung auf der Schulter.

Jamuna Mirjam Zweifel arbeitete 2019 bis 2023 mit dem Zürcher Kollektiv The Field und entwickelte Kurzstücke und experimentelle Formate, die international gezeigt wurden. Sie performte u. a. in Arbeiten von Meg Stuart, Isabel Lewis und Simone Aughterlony. Neben Solostücken entwickelte sie 2024 ihre erste abendfüllende Produktion Holes (Premiere am Theater am Gleis, Winterthur). Sie gründete Zookunft.Project (2020 bis 2025) mit und erhielt mehrere Förderpreise, darunter 2019 vom Kanton Solothurn und 2025 vom Kanton Zürich. 2026 erhält sie vom Kanton Solothurn ein Stipendium für das Atelier Paris an der Cité Internationale des Arts. Jamuna lebt in Zürich, arbeitet international und engagiert sich für Community-Formate in der Tanzszene.

Porträt einer Frau mit kurzen, nach hinten gekämmten dunklen Haaren, die in einem gestreiften Oberteil und mit Halskette direkt in die Kamera blickt.© Ivan Minichiello

Joseph Baan ist Künstler:in und Pädagog:in. Josephs Praxis verbindet Kunst, Bildung und Zusammenarbeit als Mittel kreativen Überlebens. Im Zentrum steht das Interesse an der Komplexität von Kollektivität und an der Möglichkeit, eine Solidarität zu schaffen, die Unterschiede nicht nivelliert, sondern bejaht. So entstehen Performances, Installationen, Texte, Gruppenarbeiten, kollaborative Formate und Partituren, die sich mit dem Problem des Sich-Beziehens sowie mit wechselnden Rollen und Bedeutungen von Macht und Kontrolle im Zusammenhang mit Affekt und Gegenseitigkeit auseinandersetzen.

Porträt einer Person mit kinnlangen, platinblonden Haaren und blauen Augen, die mit ernstem, direktem Blick in einem offenen schwarzen Hemd vor einer weiss getäferten Wand steht.© Nils Amadeus Lange

dance me to the end ist ein Kollektiv aus acht langfristig im Arbeitsfeld Tanz tätigen professionellen Tänzer:innen, Choreograf:innen, Tanzvermittler:innen, -wissenschaftler:innen, Körpertherapeut:innen und kulturpolitisch engagierten Tanzschaffenden, die aus unterschiedlichen tanzästhetischen Praktiken und Hintergründen kommen. Was sie eint ist eine grosse Neugierde, eine offene Forschungshaltung und Risikobereitschaft dank ihres langjährigen Erfahrungswissens. Das Kollektiv fand 2023 in einer ersten gemeinsamen Recherchephase zum Themenkomplex «Tanz und Alter(n)» zusammen. Mit ihrer künstlerischen Arbeit hinterfragen sie Körper- und Tanzkonzepte, fordern Altersdiversität im Tanz, suchen nach einem Wissenstransfer in andere Gesellschaftsbereiche und schaffen einen generationenübergreifenden Erfahrungsaustausch. Gemeinsam mit Expert:innen aus Architektur, Forschung und Wirtschaft werden Formate entwickelt, die performative, dialogische und vermittelnde Aspekte neu kombinieren.

Das Kollektiv dance me to the end leistet wichtige Pionierarbeit für die Schweiz, um die Sichtbarkeit von professionellen Tanzschaffenden um und über 60 Jahre zu erhöhen; die Sensibilisierung und Akzeptanz für alternde, tanzende Körper auf der Bühne und im öffentlichen Raum zu stärken und grundsätzlich ein Empowerment für ein neugieriges, lustvolles Älterwerden zu bewirken.

dance me to the end sind: Angelika Ächter, Jeanette Engler, Gisa Frank, Anna Huber, Tina Mantel, Angela Stöcklin, Katharina Vogel und Ivan Wolfe.

Acht Tänzer:innen unterschiedlichen Alters stützen und lehnen sich in einer engen Gruppe an eine Ecke eines hellen, leeren Raums.© Martin Benz

Lea Moro arbeitet als Choreografin, Kuratorin, Dramaturgin und Kulturmanagerin. Ihr Fokus liegt auf interdisziplinären und inklusiven Ansätzen, die künstlerische und gesellschaftliche Prozesse verbinden, sowie auf nachhaltigen Praktiken und kultureller Zugänglichkeit. Für ihre choreografische Arbeit erhielt sie internationale Anerkennung. 2021 gründete sie die Plattform Work it Out, die sich der Umverteilung von Ressourcen und ko-kreativen Formaten widmet. Seit 2019 arbeitet Moro in der Dramaturgie am Tanzhaus Zürich, war 2022/2023 Programmdramaturgin an der Kaserne Basel und Programmverantwortliche Kultur bei der DEZA. Gemeinsam mit dem Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona gründete und kuratierte sie das Tanzfestival Date to Dance (2022 und 2024). Seit 2023 ist sie Stiftungsrätin der Kulturstiftung des Kantons Thurgau. Seit 2025 leitet sie das Tanzbüro Basel (IG Tanz) und ist seit 2026 designierte künstlerische Leiterin des Festivals wildwuchs in Basel.

Porträt einer Frau mit dunklen lockigen Haaren in einer gelb-grünen Bluse, die mit ernstem Ausdruck über die Schulter in die Kamera blickt.© Dorothea Tuch

Lyn Bentschik arbeitet als crip queere:r Choreograf:in, (Langzeit-)Performer:in und Dramaturg:in. 2015 absolvierte Lyn einen BA für zeitgenössischen Bühnentanz und Performance an der Uniarts Stockholm und einen MA Dance Praxisfeld Choreografie an der ZHdK. Lyns Arbeiten untersuchen die Schnittstellen von Tanz, expandierter Choreografie, Performance und visueller Kunst. 2025/26 ist Lyn Bentschik TanzPlan Ost Associated Artist und erarbeitet ein Gruppenstück zum Themenkomplex chronischer Schmerzen.

Zwei Personen aus niedrigem Blickwinkel fotografiert, im warmen goldenen Gegenlicht; im Vordergrund eine Person in Rot mit gesenktem Blick, im Hintergrund eine zweite Person, deren Gesicht vom Licht erfasst wird.© Alun Meyerhans

New Kyd ist  Bewegungskünstler:in, DJ und Klangkünstler:in mit Sitz in Zürich. Geboren in Grossbritannien als Kind nigerianischer Eltern, hat sich Kyds Praxis an der Schnittstelle von diasporischer Identität, Ritual und experimenteller Tanzperformancekunst entwickelt. Kyd hat einen BA in Tanz von der University of Roehampton und untersucht/praktiziert Tanz durch eine historische (soziale) Linse und somatische Bewegungspraktiken.

Kyds künstlerische Praxis verbindet Bewegung, Klang und abstraktes Geschichtenerzählen aus einer hauntologischen Perspektive. Kyds Praxis ist in modernen, postmodernen und somatisch geprägten Formen verwurzelt. Die Arbeit speist sich aus der Erforschung der Yoruba-Kosmologie durch zeitgenössische Musen, ritualisierte Performances und postmodernes tänzerisches Denken. Kyd betrachtet Performance als Ort der Übertragung. Durch Wiederholung, klangliche Experimente und verkörperte Forschung werden Rituale, Erinnerung und Widerstand/Beharrlichkeit im Kontext zeitgenössischer Performances erforscht.

Kyd untersucht Themen wie urbane Isolation, Unsichtbarkeit, Opulenz, Begehrtheit und spektralen Widerstand im zeitgenössischen Stadtleben. Sie findet Geschichten, Stimmen und Musen, die aus der Tanzgeschichte, übernatürlichen Erzählungen, der Populärkultur und rituellen Praktiken stammen, um eine fragmentierte und doch intime choreografische und klangliche Landschaft zu schaffen. Ihre Arbeit befindet sich an der Schnittstelle zwischen postmodernem Tanz, Ritual und diasporischer Verkörperung. Kyd konfrontiert westliche Narrative von Unabhängigkeit und Sichtbarkeit und thematisiert Tanz als strukturelle und politische Bedingung.

Ensemble des Schauspielhauses Zürich (2018–2020), Trajal Harrells, Tanzensemble Zürich (seit 2019) und seit 2020 assoziierte Künstler:in am Tanzhaus Zürich. Zu ihren Kollaborationen zählen Künstler:innen wie Ligia Lewis, Wu Tsang, Paul Maheke, Jeremy Nedd, Akram Khan, Kandis Williams und Tiran Willemse. Kyd hat an Institutionen wie dem Tanzhaus Zürich, der Gessnerallee, der Berghain Halle (Berlin), Movement Research in der Judson Church (NYC), dem Cabaret Voltaire (ZH) und dem Museum Rietberg (ZH) präsentiert.

Eine Person steht an einem DJ-Pult in violettem Bühnenlicht, im Hintergrund ist eine jubelnde Menschenmenge zu erkennen.

P. Piton ist Choreograf:in und Performer:in mit Lebensmittelpunkt zwischen Stockholm und Zürich. Die Ausbildung führte P. Piton ans Conservatoire National de Paris, an die La Manufacture Lausanne und an die Stockholm University of the Arts. Seit 2019 arbeitet P. Piton im Kollektiv The Field – einem Raum für nicht hierarchische, kollaborative Choreografie, der Gastchoreograf:innen wie Simone Aughterlony, Ofelia Jarl Ortega, Isabel Lewis und Meg Stuart einlädt. Gemeinsam mit Romane Peytavin gründete P. Piton ausserdem La PP und entwickelt dort Arbeiten, die auf spielerischen, spontan entstehenden Settings beruhen – darunter Dédicace und Farewell Body. 2022 zeigte das gemeinsame Projekt Snakes & Stones die Performance Open/Closed, unter anderem an der La Bâtie Genf, der Tanzmesse Düsseldorf, den June Events Paris und den Swiss Dance Days. In der choreografischen Arbeit erkundet P. Piton Improvisation als Form der Komposition und nähert sich dem Tanz über seine ekstatische, sinnliche Kraft. P. Piton hat gerade einen Master in Choreografie an der Stockholm University of the Arts abgeschlossen.

Nahaufnahme einer Person mit dunklen Haaren, die einen behandschuhten Finger an die Lippen hält, im Vordergrund unscharfe, glänzende Metallformen.© Nadja Voorham

Sarafina Beck ist Tänzerin, Choreografin und interdisziplinäre Künstlerin aus Zürich.

Nach ihrem Abschluss an der Höheren Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz (HF ZUB) im Jahr 2019 arbeitet sie freischaffend in der Schweiz und international. Ihre künstlerische Praxis verbindet Street & Club Styles mit zeitgenössischem Tanz, Theater und filmischen Ausdrucksformen. Charakteristisch für ihre Arbeit ist ein ausgeprägt visueller und filmischer Ansatz, bei dem Bewegung, Bildkomposition, Atmosphäre und Dramaturgie ineinandergreifen.

Sie entwickelt choreografische Welten, die sich durch eine bildhafte, oft cineastische Ästhetik auszeichnen und innere Zustände sinnlich erfahrbar machen. Im Zentrum stehen psychische und emotionale Erfahrungswelten sowie das Spannungsfeld zwischen persönlicher Wahrnehmung, gesellschaftlichen Erwartungen und äusserem Ausdruck. 2020 präsentierte sie mit SUPERPOSITION ihr erstes choreografisches Kurzstück an der Gessnerallee Zürich. 2023 entwickelte sie mit der Gessnerallee als Koproduzentin ihr erstes abendfüllendes Werk TELE(your)VISION, eine interdisziplinäre Tanz- und Performancearbeit über Derealisation und Depersonalisation. Im selben Jahr absolvierte sie im Rahmen von Pro Helvetias Programm Swiss Connection UK eine künstlerische Residenz am Brixton House in London. Mit STARDUST – A Star Has Died, das 2026 am Tanzhaus Zürich uraufgeführt wurde, setzte sie ihre Auseinandersetzung mit inneren Zuständen und deren choreografischer Übersetzung fort. Als Performerin arbeitete sie unter anderem mit Company MEK unter der Leitung von Muhammed Kaltuk (Father Politics, Raising Karen’s Children) und Cie. La Ronde (8, 4x Rousseau). Am Steps Festival 2026 war sie als Gastkünstlerin in The Fall / Risings von Hannes Langolf und Joy Alpuerto Ritter zu sehen.

Neben ihrer Bühnenarbeit entwickelt und realisiert sie eigene filmische Arbeiten, in denen sie Tanz, Choreografie und visuelles Storytelling verbindet. Darüber hinaus wirkte sie als Performerin in Projekten wie IN A DREAM WE ARE ALL AT ONCE BEAUTIFUL des Londoner Künstlers julianknxx mit und übernahm die Choreografie für den Kurzfilm SYNCOPE von Linus von Stumberg.

Mit ihren Arbeiten möchte sie unterschiedliche Perspektiven auf menschliches Erleben sichtbar machen und neue Verbindungen zwischen Street-&-Club-Dance, zeitgenössischer Bühnenkunst und einem vielfältigen Publikum schaffen.

Sarafina© Oz Jacob Tabib

Soraya Leila Emery ist schweizerisch-marokkanische Choreografin, wohnhaft in Zürich. 2023/2024 kreierte sie als TanzPlan Ost Associated Artist ihr Gruppenstück TURN ON. In ihren aktuellen Arbeiten erforscht Soraya Leila Themen der Lust mit einem intersektionalen, dekolonialen, feministischen Blick und bietet eine Plattform für MENA*-Tänzer:innen. Ihr aktuelles Solo Coming Soon, inspiriert von Ingres’ La Grande Odalisque, hinterfragt orientalistische Klischees und eröffnet neue Fantasieräume. In ihren früheren Arbeiten hinterfragte sie die Bewahrung und Weitergabe kultureller Identität und die Darstellung des weiblichen arabischen Körpers. Sie machte ihren Master in Choreografie an der ZHdK Zürich 2024, graduierte als zeitgenössische Tänzerin an der SEAD 2017 und am CFPArts Genf 2014.
*MENA = Middle East North Africa (Naher Osten, Nordafrika)

Porträt einer lächelnden jungen Frau mit langen, welligen dunkelbraunen Haaren vor einer weiss gefliesten Wand.© A. Peyer

Teresa Vittucci ist ein:e in Wien geborene Künstler:in und seit 2015 in Zürich ansässig. Teresas Arbeit ist im Bereich der zeitgenössischen Tanzperformance verwurzelt und untersucht feministische und queere Perspektiven auf Popkultur, Geschichte und Religion. Subversive Witze sind immer Teil des Prozesses, wobei Humor ein wesentlicher Aspekt von Teresas Arbeit ist. Neben Teresas umfangreicher Solotätigkeit arbeitet Teresa mit anderen Künstler:innen wie Colin Self, Marilú Mapengo Namoda, Annina Machaz, Simone Aughterlony, Nils A. Lange, Michael Turinsky, Claire V. Sobottke, Melanie Jame Wolf sowie dem Theater HORA zusammen.
Teresa wurde 2018 mit dem Anerkennungspreis der Stadt Zürich als Performer:in ausgezeichnet und erhielt 2019 den Schweizer Tanzpreis für HATE ME, TENDER, den ersten Teil der Trilogie IN PRAISE OF VULNERABILITY. 2022 kreierte Teresa das Solo RIDE auf Einladung des Centre Pompidou und von Leopoldine Turbat als Antwort auf das wichtige feministische Werk der Avantgarde-Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger. SACRE! – eine Zusammenarbeit mit Annina Machaz und dem Theater HORA – hatte im selben Jahr Premiere. Im Herbst 2023 wurde Teresa vom Deutschen Theater Berlin eingeladen, das Solo neu zu interpretieren. Das Ergebnis, HATE ME, TENDER, ist Teil des Repertoires und wird regelmässig in Berlin aufgeführt. Im März 2024 brachte Teresa mit SANE SATAN den dritten und letzten Teil der Trilogie im Tanzhaus Zürich zur Uraufführung.

Eine Person in goldfarbener Regenjacke sitzt im Freien vor grünem Gebüsch und streichelt einen weissen Hund mit heraushängender Zunge.© Flavio Karrer