Undeclared Work
Eine Veranstaltung von Eman Hussein

Worum geht es?

Auf Baustellen arbeiten viele Menschen, die aus einem anderen Land gekommen sind. Sie bauen unsere Städte. Sie bauen unsere Häuser. Trotzdem sieht man sie oft nicht. Und ihre Arbeit bekommt wenig Anerkennung.

Eman Hussein ist Tänzerin und Choreografin. In ihrem Stück Undeclared Work geht es um die Menschen, die auf Baustellen arbeiten. Es geht darum, was sie mit ihrem Körper und mit ihren Gefühlen passiert und was sie erleben.

Was passiert auf der Bühne?

Auf der Bühne stehen Gerüste. Drei Menschen tanzen zwischen den Gerüsten. Sie machen Bewegungen wie bei der Arbeit auf einer Baustelle. Sie wiederholen diese Bewegungen immer wieder. Sie atmen dabei laut und werden müde. So werden aus Arbeits-Bewegungen langsam Tanz-Bewegungen.

Manchmal wirken die Tänzer:innen wie in Trance. Das heisst: Sie sind in der Bewegung vertieft. Man sieht auf der Bühne, wie viel die Menschen aushalten müssen. Man sieht, wie verletzlich sie sind. Und man sieht, dass sie sich dagegen wehren.

Die Musik entsteht dabei während dem Stück direkt auf der Bühne. Sie entsteht aus den Materialien und Rhythmen einer Baustelle. Man hört auch Stimmen und Erinnerungen von Arbeiterinnen und Arbeitern aus verschiedenen Zeiten und Ländern.

Was hat das mit der Schweiz zu tun?

Früher kamen viele Menschen aus Italien in die Schweiz. Sie kamen für die Saison-Arbeit. Das heisst: Sie durften nur für eine bestimmte Zeit im Jahr hier arbeiten.

1970 gab es in der Schweiz eine Abstimmung: die Schwarzenbach-Initiative. Sie wollte, dass viel weniger Menschen aus anderen Ländern in der Schweiz leben.

Das Stück verbindet diese Geschichte mit heute. Auch heute ist die Arbeit auf dem Bau für Menschen aus anderen Ländern oft unsicher. Das ist auf der ganzen Welt so. Oft sind diese Menschen nicht gut geschützt.

Die Frage des Stücks

Was bleibt von den Körpern der Menschen, die unsere Städte bauen? Wenn ihre Arbeit fertig ist und die Häuser noch lange stehen.

 

Was passiert mit den Körpern der Menschen, die unsere Städte bauen? Wenn ihre Arbeit fertig ist und die Häuser noch lange stehen? In Undeclared Work folgt Eman Hussein den Spuren, die die Arbeit auf dem Bau im Körper migrantischer Arbeiter:innen hinterlässt.

Undeclared Work ist das dritte Kapitel der Reihe Labour Work – Between Work and Dance von Eman Hussein. Das Stück widmet sich migrantischen Bauarbeiter:innen und dem, was sie körperlich und emotional erleben. Ihre Körper prägen unsere Städte, die Menschen selbst bleiben dabei aber oft unsichtbar und ohne Anerkennung.

Auf der Bühne bewegen sich drei Performer:innen durch eine Landschaft aus Gerüsten. Aus alltäglichen Handgriffen der Bauarbeit entsteht eine eigene Körpersprache. Durch Wiederholung, Atem, Rhythmus und Erschöpfung pendeln die Bewegungen zwischen Arbeit und Tanz. Sie werden tranceartig. Darin zeigen sich Ausdauer, Verletzlichkeit und Widerstand.

Die Klänge entstehen dabei auf der Bühne mit Hilfe der Materialien und den Rhythmen der Baustelle. Darin verweben sich Stimmen und Erinnerungen von Arbeiter:innen aus verschiedenen Zeiten und Orten.

Das Stück greift die Geschichte der Saisonarbeitenden aus Italien in der Schweiz auf und auch die Schwarzenbach-Initiative. Diese Volksinitiative wollte 1970 den Anteil von Ausländer:innen in der Schweiz stark begrenzen. So schafft Undeclared Work eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Weltweit ist migrantische Arbeit auf dem Bau bis heute unsicher, oft ungeschützt und kaum sichtbar.

Undeclared Work fragt: Was bleibt von den Körpern, die unsere Städte bauen, wenn ihre Arbeit getan ist und die Gebäude weiter stehen?

Tickets in Kürze
Premiere
Tickets in Kürze
Mit anschliessendem Publikumsgespräch
Tickets in Kürze
  • Soli: CHF 35
  • Regulär: CHF 25
  • Budget: CHF 15

Dauer:

1 Std.

Grösstenteils ohne gesprochene Sprache. Aufgenommene Stimmen sind Teil der Klangkomposition. Du musst sie nicht verstehen, um dem Stück zu folgen.

Relaxed Performance

Tanzhaus Zürich

Bühne 1

Rollstuhlgerecht

  • Nonverbal
Zwei Tanzende in hellen Shirts bewegen sich leicht gebückt, eine Faust mit einem Holzstück vor der Brust. Dahinter sitzt eine Person mit Kopfhörern am Mikrofon.
Mehrfachbelichtung in gelbem Licht: Tanzende in hellen Shirts heben Holzstücke über den Kopf. Am Boden liegen rot-weisse Absperrbänder.
Zwei Tanzende knien gebeugt, eine Hand am Boden, in der anderen ein Werkzeug. Hinten sitzt eine Person mit einem Hammer an einem Tisch. Rot-weisse Bänder am Boden.
Drei Personen sitzen lachend auf dem Boden eines Betonraums in rosa und blauem Licht. Hinter ihnen ihre Schatten an der Wand.
Schatten von drei Personen auf einer rosa beleuchteten Betonwand. Sie sitzen und kauern auf einem Tisch.
Eman Hussein in weisser Bluse vor einer orangen Wand, auf der Baumschatten liegen. Blick in die Kamera.
Mehrfachbelichtung in gelbem Licht: Tanzende in hellen Shirts heben Holzstücke über den Kopf. Am Boden liegen rot-weisse Absperrbänder.
Konzept, Choreografie
Eman Hussein
Performance
Domenico Doronzo, Eman Hussein, N.N.
Live-Sound, Sounddesign
Marquis’ McGee
Dramaturgie
Nedjma Hadj Benchelabi
Bühnenbild
Malin Speicher
Outside Eye, Outside Ear
Dimitri de Perrot
Beratung aus der Bauarbeit
Gennaro Maffione, Gaetano Balzano
Produktionsleitung
Matthias Kobi
Produktionsberatung
Sandro Lunin
Residenzen
Tanzhaus Zürich; Studio Thor, Brüssel; CAMPO, Gent (mit Unterstützung von Pro Helvetia); TU – Théâtre de l’Usine, Genf; Kaserne Basel; Fondazione Claudia Lombardi per il Teatro, Lugano; Théâtre Sévelin 36, Lausanne
Koproduktion
Tanzhaus Zürich; Charleroi Danse, Brüssel
Mit Unterstützung von
Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Stadt Zürich Kultur, PREMIO Nachwuchspreis, AFAC (Arab Fund for Arts and Culture), Migros-Kulturprozent Zürich, Stiftung Anne-Marie Schindler, Dr. Adolf Streuli Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung