Künstler:innen

Below the Skin, gegründet 2019 von Aly Khamees und Jelena Mair, ist eine Tanzkompanie, die sich der transkulturellen Erforschung widmet. Ihre Produktionen beleuchten die Herausforderungen unserer Zeit und feiern die Gemeinsamkeiten der Menschheit. Jenseits von Unterhaltung möchten sie zum Dialog anregen, gesellschaftliche Themen reflektieren und ein tieferes Umweltverständnis fördern. Sie überwinden kulturelle und künstlerische Grenzen, fördern Co-Kreation und schaffen Performances, die Kunst und Gesellschaft verbinden. Als Kompliz:innen des Tanzhaus Zürich verfeinert die Compagnie ihre Techniken in offenen Workshops und macht sie für ein breites Publikum zugänglich.

Ein Tänzer in weitem beigem Hemd und schwarzer Hose führt eine Bewegung mit nach unten geneigtem Kopf auf einer dunklen, spiegelnden Bühne aus, sein Gesicht ist mit dunklen Linien bemalt.© Maria Cheilopoulou

Muhammed Kaltuk gründete die Company MEK im Jahr 2017, um seiner Kunst und Kreativität einen starken Rahmen zu geben. Die Company entwickelt Produktionen zwischen Hip-Hop und zeitgenössischem Tanz, kulturellen und tänzerischen Traditionen. MEK steht für Vielfalt und hat eine klare aktivistische sowie künstlerische Stimme. Ihre Bewegungssprache ist stark, kraftvoll und einzigartig.
FATHER POLITICS – in Koproduktion mit der Kaserne Basel und dem COLOURS International Dance Festival Stuttgart – beschäftigt sich mit der Ohnmacht der Politik und befindet sich derzeit auf einer nationalen und internationalen Tournee. Kaltuk setzt mit Themen wie Toxische Männlichkeit am Theater St. Gallen, Herkunft am Luzerner Theater und Territorien am Theater Basel klare Statements zu Themen, die ihn und die Gesellschaft betreffen.
Choreograf Muhammed Kaltuk wurde in der Schweiz in einer konservativen türkischen Familie geboren und aufgezogen. In dem Bestreben, sich von seiner Erziehung zu lösen, machte sich Kaltuk einen Namen in der Schweizer Hip-Hop-Szene. Mit 22 Jahren hatte er seine erste Produktionserfahrung am Theater und erkannte dies als eine Möglichkeit, seine eigene Stimme zu finden – ein Weg, künstlerisch mit der Welt umzugehen. Mit 25 Jahren begann er seine Tanzausbildung an der Höheren Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz in Zürich. Sein Ziel war es, seine Bewegungen aus dem Hintergrund des Hip-Hop weiterzuentwickeln, aber auch andere Tanzqualitäten und -stile kennenzulernen und zu nutzen. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für das Komponieren und Erstellen von Material aus dem Bewegungsrepertoire der Tänzer:innen, mit dem Ziel, die Grenzen dieser Tänzer:innen zu erweitern und mit seinem eigenen Stil und ästhetischen Vorstellungen von Tanz zu verweben. Dies wurde zu seiner charakteristischen Arbeitsweise, ebenso wie die gesellschaftskritischen, politischen und persönlichen Themen in seinen Kreationen.

Porträt eines Mannes mit kurz rasierten Haaren und Bart, der in einem abgedunkelten Theatersaal zwischen olivgrünen Sitzreihen sitzt. Er trägt ein beiges, geripptes Kurzarmhemd über einem weißen Shirt sowie eine Halskette mit Anhänger. Die Arme sind über der vorderen Stuhllehne verschränkt, sein Blick ist ruhig auf die Kamera gerichtet. Foto: Muriel Florence Rieben.© Muriel Florence Rieben

Cosima Grand ist Choreografin und Tänzerin. In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Cosima vor allem für das empathische Potential von Tanz. Sie untersucht in ihrer Praxis, wie man sich über Körperbewegungen und Körperempfindungen miteinander verbinden und in Resonanz treten kann. In ihren letzten choreografischen Arbeiten hat sie eine Körperpraxis entwickelt, die auf schaukelnden und zitternden Bewegungen basiert und die Arbeit mit Stimme miteinbezieht. Cosima absolvierte ihre Tanzausbildung am CNDC d’Angers und war Mitglied der Cie Marchepied in Lausanne. Sie schloss den Bachelor in communication multilingue an der Universität Genf ab. An der Universität Bern studierte sie Theaterwissenschaft und Soziolinguistik. Cosima kollaboriert und performt u. a. mit Ruth Childs, Aina Alegre, Simone Truong, Chris Leuenberger, Jessica Huber. Ihre eigene choreografische Arbeit umfasst u. a. die Stücke CTRL-V (EP) (2. Preis PREMIO 2015), CTRL-V (LP) (2016), Hitchhiking through Winterland (2018), Restless Beings (2020), things veer (2023) und zuletzt Schmerzstück (2025). 2015 erhielt sie den Kulturförderpreis des Kantons Wallis und 2020 eine Kulturelle Auszeichnung der Stadt Zürich. Cosima ist Komplizin am Tanzhaus Zürich.

Schwarzweiss-Porträt einer Frau mit Dutt und Pony, die in die Kamera blickt; sie trägt einen gestreiften Rollkragenpullover.© Phil Bucher

Criptonite ist ein crip-queeres Theaterprojekt, gegründet 2020 von Nina Mühlemann und Edwin Ramirez. In ihren Arbeiten stellen sie die Arbeit von behinderten Künstler:innen in den Mittelpunkt, bieten Möglichkeiten für behinderte Menschen, die in die Kunst einsteigen wollen, und arbeiten mit Zugänglichkeit als Ästhetik. Ihre Performances handeln von langsamen Tieren, thematisieren die Geschichte der Eugenik in der Schweiz oder nutzen Genuss als Form des Widerstands. Criptonites letztes Stück, Creature Comforts, wurde im Herbst 2023 im Tanzhaus Zürich gezeigt. Von der Stadt Zürich erhält Criptonite eine 4-Jahres-Förderung von 2024 bis 2028. Das neue Stück Bioluminescence feiert im Juli 2025 im Tanzhaus Zürich Premiere.

Criptonite© Jean-Marc Thurmes

Kwangsuk «Issue» Park ist Choreograf und Performer aus Südkorea und lebt in Zürich. Er leitet das Kollektiv eight2one künstlerisch. Als Komplize beim Tanzhaus Zürich entwickelt er Stücke, die Breaking, zeitgenössischen Tanz, Humor und Spiel verbinden. Zuletzt arbeitete er unter anderem mit Kaori Ito am TJP–CDN Strasbourg, mit James Thierrée und mit Below the Skin. In seiner Arbeit fragt er, wie Menschen teilhaben, wie kulturelle Identität entsteht und was uns verbindet. Aktuell entwickelt er die Familienproduktion Das Schwingfest.

Ein Mann in weiter, weisser Kleidung steht aufrecht mitten auf einer Kopfsteinpflaster-Gasse zwischen historischen Häuserfassaden.© Louni

Eman Hussein ist eine ägyptische Tänzerin, Choreografin und Tanzfilmerin und lebt in Zürich. Sie studierte Tanz, Street Art, Theater und Kampfkunst. Ihre Arbeit erforscht die Beziehung zwischen Arbeit und zeitgenössischem Tanz und schöpft dabei aus dem körperlichen Wissen, das im Arbeitsalltag steckt. Sie arbeitet eng mit Arbeitenden zusammen und verbringt oft längere Zeit in Werkstätten, Garagen und auf Baustellen, um deren Verhältnis zu Werkzeugen, Materialien und Raum zu beobachten. Diese verkörperte Recherche bildet die Grundlage einer Bewegungssprache, die Gesten der Arbeit in zeitgenössische Performance verwandelt.

Eman Hussein© Nooshin Shafiee

Eugénie Rebetez (*1984) wuchs im Schweizer Jura auf. Seit über 15 Jahren arbeitet sie als freischaffende Bühnenkünstlerin. Sie kreierte bislang mehrere Solostücke: Gina (2010), Encore (2013), Bienvenue (2017), Ha ha ha (2021), ein Stück für Junges Publikum, das von Tarek Halaby interpretiert wurde sowie zuletzt Comeback (2025). Für La Fête des Vignerons in Vevey erschuf sie mit Le défilé droit direct du Jura (2019) eine rebellische Parade. Weitere Werke waren Nous trois (2019), ein infernales Trio, sowie Rendez-vous (2022), ein Stück mit mehreren Gästen. Von Rendez-vous drehte Carmen Jaquier für das Westschweizer Fernsehen RTS eine Filmversion. Parallel zu ihren Bühnenwerken kreiert Eugénie Rebetez Performances an Kunstorten, darunter One night only (Kunst Halle St. Gallen, 2014), Unfertig (Hauser & Wirth Zürich, 2015) sowie Flesh, Heart and Soul und Geduld (für die Ausstellungen von Pipilotti Rist in der Kunst Halle Krems 2015 und im Kunsthaus Zürich 2016). Seit fast einem Jahrzehnt arbeitet sie jährlich mit den Studierenden des Bachelors Tanz von La Manufacture (Haute Ecole des Arts de la Scène) in Lausanne. Von 2024 bis 2027 wird Eugénie Rebetez im Rahmen der Konzeptförderung, dem neuen Fördermodell von Stadt Zürich Kultur, kontinuierlich unterstützt und ist seither auch Tanzhaus-Komplizin.

Porträt einer Frau mit kurzen dunklen Haaren, die zwinkernd und lächelnd mit rotem Lippenstift von oben in die Kamera blickt, vor schwarzem Hintergrund.© Anne Morgenstern

Ivy Monteiro entwickelt figurative Darstellungen in Tanz, Performance & Musik. Mit fluiden Gestalten und Charakteren werden Themen wie Femininity und Gender vereint, sowie soziale und ethnische Stereotypen. Ausserdem werden vermeintliche Ahnen und die Spiritualität neu interpretiert und in futuristischen Stücken dargestellt. Ivy ist auch bekannt als Mother Tropikahl Ivy B. Poderosa – Ivy produziert Veranstaltungen mit Fokus auf ein migrantisches QTIBPOC-Publikum in der Schweiz. Ivy Monteiros Werke wurden bisher im Museu da Imagem e do Som de São Paulo, Queer Biennial II in Los Angeles, Les Urbaines in Lausanne, Eco Futures Festival in London und anlässlich der Eröffnungsfeier des Schweizer Pavillons an der Biennale Venedig 2019 präsentiert.

Porträt einer Person mit einem voluminösen, kunstvoll gewickelten Kopftuch in Grün-, Blau- und Türkistönen, mehreren Ohrringen und einer sichtbaren Tätowierung auf der Schulter.

Jamuna Mirjam Zweifel arbeitete 2019 bis 2023 mit dem Zürcher Kollektiv The Field und entwickelte Kurzstücke und experimentelle Formate, die international gezeigt wurden. Sie performte u. a. in Arbeiten von Meg Stuart, Isabel Lewis und Simone Aughterlony. Neben Solostücken entwickelte sie 2024 ihre erste abendfüllende Produktion Holes (Premiere am Theater am Gleis, Winterthur). Sie gründete Zookunft.Project (2020 bis 2025) mit und erhielt mehrere Förderpreise, darunter 2019 vom Kanton Solothurn und 2025 vom Kanton Zürich. 2026 erhält sie vom Kanton Solothurn ein Stipendium für das Atelier Paris an der Cité Internationale des Arts. Jamuna lebt in Zürich, arbeitet international und engagiert sich für Community-Formate in der Tanzszene.

Porträt einer Frau mit kurzen, nach hinten gekämmten dunklen Haaren, die in einem gestreiften Oberteil und mit Halskette direkt in die Kamera blickt.© Ivan Minichiello

Joseph Baan ist Künstler:in und Pädagog:in. Josephs Praxis verbindet Kunst, Bildung und Zusammenarbeit als Mittel kreativen Überlebens. Im Zentrum steht das Interesse an der Komplexität von Kollektivität und an der Möglichkeit, eine Solidarität zu schaffen, die Unterschiede nicht nivelliert, sondern bejaht. So entstehen Performances, Installationen, Texte, Gruppenarbeiten, kollaborative Formate und Partituren, die sich mit dem Problem des Sich-Beziehens sowie mit wechselnden Rollen und Bedeutungen von Macht und Kontrolle im Zusammenhang mit Affekt und Gegenseitigkeit auseinandersetzen.

Porträt einer Person mit kinnlangen, platinblonden Haaren und blauen Augen, die mit ernstem, direktem Blick in einem offenen schwarzen Hemd vor einer weiss getäferten Wand steht.© Nils Amadeus Lange

dance me to the end ist ein Kollektiv aus acht langfristig im Arbeitsfeld Tanz tätigen professionellen Tänzer:innen, Choreograf:innen, Tanzvermittler:innen, -wissenschaftler:innen, Körpertherapeut:innen und kulturpolitisch engagierten Tanzschaffenden, die aus unterschiedlichen tanzästhetischen Praktiken und Hintergründen kommen. Was sie eint ist eine grosse Neugierde, eine offene Forschungshaltung und Risikobereitschaft dank ihres langjährigen Erfahrungswissens. Das Kollektiv fand 2023 in einer ersten gemeinsamen Recherchephase zum Themenkomplex «Tanz und Alter(n)» zusammen. Mit ihrer künstlerischen Arbeit hinterfragen sie Körper- und Tanzkonzepte, fordern Altersdiversität im Tanz, suchen nach einem Wissenstransfer in andere Gesellschaftsbereiche und schaffen einen generationenübergreifenden Erfahrungsaustausch. Gemeinsam mit Expert:innen aus Architektur, Forschung und Wirtschaft werden Formate entwickelt, die performative, dialogische und vermittelnde Aspekte neu kombinieren.

Das Kollektiv dance me to the end leistet wichtige Pionierarbeit für die Schweiz, um die Sichtbarkeit von professionellen Tanzschaffenden um und über 60 Jahre zu erhöhen; die Sensibilisierung und Akzeptanz für alternde, tanzende Körper auf der Bühne und im öffentlichen Raum zu stärken und grundsätzlich ein Empowerment für ein neugieriges, lustvolles Älterwerden zu bewirken.

dance me to the end sind: Angelika Ächter, Jeanette Engler, Gisa Frank, Anna Huber, Tina Mantel, Angela Stöcklin, Katharina Vogel und Ivan Wolfe.

Acht Tänzer:innen unterschiedlichen Alters stützen und lehnen sich in einer engen Gruppe an eine Ecke eines hellen, leeren Raums.© Martin Benz

Lea Moro arbeitet als Choreografin, Kuratorin, Dramaturgin und Kulturmanagerin. Ihr Fokus liegt auf interdisziplinären und inklusiven Ansätzen, die künstlerische und gesellschaftliche Prozesse verbinden, sowie auf nachhaltigen Praktiken und kultureller Zugänglichkeit. Für ihre choreografische Arbeit erhielt sie internationale Anerkennung. 2021 gründete sie die Plattform Work it Out, die sich der Umverteilung von Ressourcen und ko-kreativen Formaten widmet. Seit 2019 arbeitet Moro in der Dramaturgie am Tanzhaus Zürich, war 2022/2023 Programmdramaturgin an der Kaserne Basel und Programmverantwortliche Kultur bei der DEZA. Gemeinsam mit dem Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona gründete und kuratierte sie das Tanzfestival Date to Dance (2022 und 2024). Seit 2023 ist sie Stiftungsrätin der Kulturstiftung des Kantons Thurgau. Seit 2025 leitet sie das Tanzbüro Basel (IG Tanz) und ist seit 2026 designierte künstlerische Leiterin des Festivals wildwuchs in Basel.

Porträt einer Frau mit dunklen lockigen Haaren in einer gelb-grünen Bluse, die mit ernstem Ausdruck über die Schulter in die Kamera blickt.© Dorothea Tuch

New Kyd ist  Bewegungskünstler:in, DJ und Klangkünstler:in mit Sitz in Zürich. Geboren in Grossbritannien als Kind nigerianischer Eltern, hat sich Kyds Praxis an der Schnittstelle von diasporischer Identität, Ritual und experimenteller Tanzperformancekunst entwickelt. Kyd hat einen BA in Tanz von der University of Roehampton und untersucht/praktiziert Tanz durch eine historische (soziale) Linse und somatische Bewegungspraktiken.

Kyds künstlerische Praxis verbindet Bewegung, Klang und abstraktes Geschichtenerzählen aus einer hauntologischen Perspektive. Kyds Praxis ist in modernen, postmodernen und somatisch geprägten Formen verwurzelt. Die Arbeit speist sich aus der Erforschung der Yoruba-Kosmologie durch zeitgenössische Musen, ritualisierte Performances und postmodernes tänzerisches Denken. Kyd betrachtet Performance als Ort der Übertragung. Durch Wiederholung, klangliche Experimente und verkörperte Forschung werden Rituale, Erinnerung und Widerstand/Beharrlichkeit im Kontext zeitgenössischer Performances erforscht.

Kyd untersucht Themen wie urbane Isolation, Unsichtbarkeit, Opulenz, Begehrtheit und spektralen Widerstand im zeitgenössischen Stadtleben. Sie findet Geschichten, Stimmen und Musen, die aus der Tanzgeschichte, übernatürlichen Erzählungen, der Populärkultur und rituellen Praktiken stammen, um eine fragmentierte und doch intime choreografische und klangliche Landschaft zu schaffen. Ihre Arbeit befindet sich an der Schnittstelle zwischen postmodernem Tanz, Ritual und diasporischer Verkörperung. Kyd konfrontiert westliche Narrative von Unabhängigkeit und Sichtbarkeit und thematisiert Tanz als strukturelle und politische Bedingung.

Ensemble des Schauspielhauses Zürich (2018–2020), Trajal Harrells, Tanzensemble Zürich (seit 2019) und seit 2020 assoziierte Künstler:in am Tanzhaus Zürich. Zu ihren Kollaborationen zählen Künstler:innen wie Ligia Lewis, Wu Tsang, Paul Maheke, Jeremy Nedd, Akram Khan, Kandis Williams und Tiran Willemse. Kyd hat an Institutionen wie dem Tanzhaus Zürich, der Gessnerallee, der Berghain Halle (Berlin), Movement Research in der Judson Church (NYC), dem Cabaret Voltaire (ZH) und dem Museum Rietberg (ZH) präsentiert.

Eine Person steht an einem DJ-Pult in violettem Bühnenlicht, im Hintergrund ist eine jubelnde Menschenmenge zu erkennen.

P. Piton ist Choreograf:in und Performer:in mit Lebensmittelpunkt zwischen Stockholm und Zürich. Die Ausbildung führte P. Piton ans Conservatoire National de Paris, an die La Manufacture Lausanne und an die Stockholm University of the Arts. Seit 2019 arbeitet P. Piton im Kollektiv The Field – einem Raum für nicht hierarchische, kollaborative Choreografie, der Gastchoreograf:innen wie Simone Aughterlony, Ofelia Jarl Ortega, Isabel Lewis und Meg Stuart einlädt. Gemeinsam mit Romane Peytavin gründete P. Piton ausserdem La PP und entwickelt dort Arbeiten, die auf spielerischen, spontan entstehenden Settings beruhen – darunter Dédicace und Farewell Body. 2022 zeigte das gemeinsame Projekt Snakes & Stones die Performance Open/Closed, unter anderem an der La Bâtie Genf, der Tanzmesse Düsseldorf, den June Events Paris und den Swiss Dance Days. In der choreografischen Arbeit erkundet P. Piton Improvisation als Form der Komposition und nähert sich dem Tanz über seine ekstatische, sinnliche Kraft.

Nahaufnahme einer Person mit dunklen Haaren, die einen behandschuhten Finger an die Lippen hält, im Vordergrund unscharfe, glänzende Metallformen.© Nadja Voorham

Soraya Leila Emery ist schweizerisch-marokkanische Choreografin, wohnhaft in Zürich. 2023/2024 kreierte sie als TanzPlan Ost Associated Artist ihr Gruppenstück TURN ON. In ihren aktuellen Arbeiten erforscht Soraya Leila Themen der Lust mit einem intersektionalen, dekolonialen, feministischen Blick und bietet eine Plattform für MENA*-Tänzer:innen. Ihr aktuelles Solo Coming Soon, inspiriert von Ingres’ La Grande Odalisque, hinterfragt orientalistische Klischees und eröffnet neue Fantasieräume. In ihren früheren Arbeiten hinterfragte sie die Bewahrung und Weitergabe kultureller Identität und die Darstellung des weiblichen arabischen Körpers. Sie machte ihren Master in Choreografie an der ZHdK Zürich 2024, graduierte als zeitgenössische Tänzerin an der SEAD 2017 und am CFPArts Genf 2014.
*MENA = Middle East North Africa (Naher Osten, Nordafrika)

Porträt einer lächelnden jungen Frau mit langen, welligen dunkelbraunen Haaren vor einer weiss gefliesten Wand.© A. Peyer

Teresa Vittucci ist ein:e in Wien geborene Künstler:in und seit 2015 in Zürich ansässig. Teresas Arbeit ist im Bereich der zeitgenössischen Tanzperformance verwurzelt und untersucht feministische und queere Perspektiven auf Popkultur, Geschichte und Religion. Subversive Witze sind immer Teil des Prozesses, wobei Humor ein wesentlicher Aspekt von Teresas Arbeit ist. Neben Teresas umfangreicher Solotätigkeit arbeitet Teresa mit anderen Künstler:innen wie Colin Self, Marilú Mapengo Namoda, Annina Machaz, Simone Aughterlony, Nils A. Lange, Michael Turinsky, Claire V. Sobottke, Melanie Jame Wolf sowie dem Theater HORA zusammen.
Teresa wurde 2018 mit dem Anerkennungspreis der Stadt Zürich als Performer:in ausgezeichnet und erhielt 2019 den Schweizer Tanzpreis für HATE ME, TENDER, den ersten Teil der Trilogie IN PRAISE OF VULNERABILITY. 2022 kreierte Teresa das Solo RIDE auf Einladung des Centre Pompidou und von Leopoldine Turbat als Antwort auf das wichtige feministische Werk der Avantgarde-Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger. SACRE! – eine Zusammenarbeit mit Annina Machaz und dem Theater HORA – hatte im selben Jahr Premiere. Im Herbst 2023 wurde Teresa vom Deutschen Theater Berlin eingeladen, das Solo neu zu interpretieren. Das Ergebnis, HATE ME, TENDER, ist Teil des Repertoires und wird regelmässig in Berlin aufgeführt. Im März 2024 brachte Teresa mit SANE SATAN den dritten und letzten Teil der Trilogie im Tanzhaus Zürich zur Uraufführung.

Eine Person in goldfarbener Regenjacke sitzt im Freien vor grünem Gebüsch und streichelt einen weissen Hund mit heraushängender Zunge.© Flavio Karrer