Thz jo baan event 02

Show

Joseph Baan

ALL RISE

„Wie erzählt man eine Geschichte nicht, die nicht erzählt werden kann, aber erzählt werden muss?“ – M. NourbeSe Philip

ALL RISE hinterfragt die dramaturgischen Zusammenhänge zwischen Rechtssystem und Theater – zwei Disziplinen, deren Anspruch auf Verständlichkeit und narrative Kohärenz Konflikte sichtbar, erzählbar und letztlich beherrschbar macht, ohne dabei echte ethische Verantwortung zu übertragen.

Ausgehend vom Vektor des Gerichtsverfahrens – einem Ritual des Rechtssystems, dessen Streben nach „Gerechtigkeit“ oft eigene Formen von Gewalt hervorbringt – untersucht diese Arbeit die Modalitäten von Souveränität unter dem Gesetz. Das juristische Beharren auf Lesbarkeit und Kohärenz – auf der Darstellung von Plausibilität – untergräbt die Tatsache, dass Trauma häufig nicht kohärent ist.

Indem die Mise-en-scène des Gerichtssaals mit derjenigen des Theaters in Beziehung gesetzt wird, inszeniert ALL RISE den Prozess als einen Raum des Wartens, in dem Urteil, Kohärenz und Sinnstiftung fortwährend aufgeschoben werden. Der Prozess wird zum Nichtereignis; die Rollen von Zeug:in, Richter:in und Anwält:in werden zwischen Publikum und Performer:innen geteilt.

Das Stück enthält gesprochenen Text auf Englisch. Hier findet ihr die Originaltexte sowie eine Übersetzung ins Deutsche:
Download PDF (DE, EN)

Konzept, Regie Joseph Baan
Performance Joseph Baan, Luc Häfliger, bela, Sam Taskinen
Dramaturgie Simone Aughterlony, Felipe Ribeiro
Musik und Komposition Luc Häfliger, bela
Szenografie Dominik Dober
Kostüme Marcus Karkhof
Licht Joseph Wegmann
Sound Susanne Affolter
Übersetzungen Text Eliana Kirkcaldy, Dylan Spencer-Davidson
Produktion Romeo Oliveras
Video Dokumentation Jumana Issa
Foto Binta Kopp

Koproduktion Tanzhaus Zürich
Dramaturgische Begleitung Tanzhaus Zürich Simon Froehling

Unterstützung Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Ernst Göhner Stiftung, Landis & Gyr Stiftung, Stiftung Anne-Marie Schindler, Schweizerische Interpretenstiftung SIS, Albert Huber-Stiftung

Joseph Baan

Joseph Baan ist Künstler:in und Pädagog:in. Josephs Praxis verbindet Kunst, Bildung und Zusammenarbeit als Mittel kreativen Überlebens. Im Zentrum steht das Interesse an der Komplexität von Kollektivität und an der Möglichkeit, eine Solidarität zu schaffen, die Unterschiede nicht nivelliert, sondern bejaht. So entstehen Performances, Installationen, Texte, Gruppenarbeiten, kollaborative Formate und Partituren, die sich mit dem Problem des Sich-Beziehens sowie mit wechselnden Rollen und Bedeutungen von Macht und Kontrolle im Zusammenhang mit Affekt und Gegenseitigkeit auseinandersetzen.

Daten / Reservation
Samstag, 02.05.2026
Clock 20:00 — 21:30
  • Soli: CHF 35
  • Regulär: CHF 25
  • Budget: CHF 15

Bühne 1
Tanzhaus Zürich
Wasserwerkstrasse 127a
8037 Zürich

  • Dauer: 1h 30m
  • Englisch
  • Rollstuhlgängig

  • Laute Geräusche
  • Blitzlicht
  • Die Performenden werden das Publikum direkt ansprechen und darum bitten, sich umzuplatzieren
  • Einige Live-Texte auf Englisch