Tanzhaus Zuerich Simon Menges

MovingTowardsZero

Soya the Cow, Joseph Baan, Company MEK / Muhammed Kaltuk, Ivy Monteiro

ResistingTowardsZero

Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens lädt das Tanzhaus Zürich zum Festival MovingTowardsZero (26.–28. Juni 2026): ein utopischer Raum, in dem Kunst, Aktivismus und Gemeinschaft aufeinandertreffen. ResistingTowardsZero ist Teil von MovingTowardsZero.

Bei Film Screenings, Listening Sessions und Workshops teilen Künstler:innen aus dem Umfeld des Tanzhaus ihre Praktiken, Arbeiten und Gedanken zu Gerechtigkeit, Widerstand und Protest. Wir lernen von getanzten Formen des Ungehorsams, von Bildern, die sich dem Schweigen verweigern, von Spielen, die kollektives Handeln erproben.

Was heisst es in Zeiten von live gestreamten Genoziden, wachsender Ausländer-, Frauen- und Queerfeindlichkeit, Umweltzerstörung und Klimakollaps und dem Massensterben von Tieren in Wildnis und Schlachtfabriken, als engagierte Künstler:in zu wirken? Wie machen wir Unsichtbares sichtbar? Wie kommen wir aus der Sackgasse von Darstellen und Zuschauen heraus? Wie schreiben wir Geschichten und Mythen um? Und wie tanzen wir Risse in starre Systeme?

Wut und Traurigkeit dürfen hier entstehen – und werden zum Antrieb. Resignation können wir uns nicht leisten. Studio 2 ist ein Raum, in dem Gletscher sprechen, Körper aufbegehren und wir gemeinsam ins Handeln kommen.

Mittwoch, 24. Juni

17:00–19:00
Soya the Cow
Protest Schilder Lab

Programmübersicht Samstag, 27. Juni

14:00–19:00 Uhr
Soya the Cow, Uhura Bqueer
De-Domestication, Foto-Ausstellung

14:00–19:00 Uhr
Dancing Protest Wall

14:00–15:15 Uhr
Talaya Schmid, Soya the Cow & a set of revolutionary cards to spark the imagination
Beautiful Trouble: A laboratory for artistic actions

15:15–16:15 Uhr
Duarte Eduardo
Dancing through Extinction: Listening & Movement Session

16:15–17:45 Uhr
Jo Baan
Film & Talk about spectatorship in the context of genocide(s)

17:45–19:00
Muhammed Kaltuk
Dance & Protest

Programmübersicht Sonntag, 28. Juni

14:00–19:00 Uhr
Soya the Cow, Uhura Bqueer
De-Domestication, Foto-Ausstellung

14:00–19:00 Uhr
Dancing Protest Wall

14:00–14:45 Uhr
Coco Schwarz, Ariana Qizmolli, Jamuna Mirjam Zweifel
Songs & Dances for Vanishing Glaciers

14:45–15:30 Uhr
Ivy Monteiro
La Mesa Afro de Cali

15:30–17:00 Uhr
Uhura Bqueer, Soya the Cow, Dawit Seto, Shruti Patel & Sonja Schenkel
Art Films for the planet and its inhabitants

Soya the Cow

Soya ist eine sex-positive, feministische, vegane Drag Kuh – und Hauskuh im Tanzhaus Zürich. Singend, tanzend, muhend und sprechend kämpft sie für die Befreiung von allen. Sie sprengt die Grenzen von Gender und Spezies und steht ein für eine Welt voller Freude und Mitgefühl. Seit ihrem ersten Auftritt beim Animal Rights March auf den Stufen der legendären Volksbühne Berlin nimmt sie an Diskussionsrunden und Demonstrationen teil. Sie tritt in unterschiedlichen künstlerischen Kontexten und Formen auf, von ihrer Theatershow Dear Human Animals (2020) bis zu ihrem Elektropop-Album Purple Grass (2021), in TV-Shows wie The Voice of Germany (2021), im Ausstellungsformat Planet Moo (2022) oder online in sozialen Netzwerken. Und immer wieder im Tanzhaus Zürich, zum Beispiel mit performativen Walks zu den Themen der gezeigten Tanzstücke sowie anderen, eigenständigen Specials.

Joseph Baan

Joseph Baan ist Künstler:in und Pädagog:in. Josephs Praxis verbindet Kunst, Bildung und Zusammenarbeit als Mittel kreativen Überlebens. Im Zentrum steht das Interesse an der Komplexität von Kollektivität und an der Möglichkeit, eine Solidarität zu schaffen, die Unterschiede nicht nivelliert, sondern bejaht. So entstehen Performances, Installationen, Texte, Gruppenarbeiten, kollaborative Formate und Partituren, die sich mit dem Problem des Sich-Beziehens sowie mit wechselnden Rollen und Bedeutungen von Macht und Kontrolle im Zusammenhang mit Affekt und Gegenseitigkeit auseinandersetzen.

Company MEK / Muhammed Kaltuk

Muhammed Kaltuk gründete die Company MEK im Jahr 2017, um seiner Kunst und Kreativität einen starken Rahmen zu geben. Die Company entwickelt Produktionen zwischen Hip-Hop und zeitgenössischem Tanz, kulturellen und tänzerischen Traditionen. MEK steht für Vielfalt und hat eine klare aktivistische sowie künstlerische Stimme. Ihre Bewegungssprache ist stark, kraftvoll und einzigartig.

FATHER POLITICS – in Koproduktion mit der Kaserne Basel und dem COLOURS International Dance Festival Stuttgart – beschäftigt sich mit der Ohnmacht der Politik und befindet sich derzeit auf einer nationalen und internationalen Tournee. Kaltuk setzt mit Themen wie «Toxische Männlichkeit» am Theater St. Gallen, «Herkunft» am Luzerner Theater und «Territorien» am Theater Basel klare Statements zu Themen, die ihn und die Gesellschaft betreffen.

Choreograf Muhammed Kaltuk wurde in der Schweiz in einer konservativen türkischen Familie geboren und aufgezogen. In dem Bestreben, sich von seiner Erziehung zu lösen, machte sich Kaltuk einen Namen in der Schweizer Hip-Hop-Szene. Im Alter von 22 Jahren hatte er seine erste Produktionserfahrung am Theater und erkannte dies als eine Möglichkeit, seine eigene Stimme zu finden – ein Weg, künstlerisch mit der Welt umzugehen. Im Alter von 25 Jahren begann er seine Tanzausbildung an der Höheren Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz in Zürich. Sein Ziel war es, seine Bewegungen aus dem Hintergrund des Hip-Hop weiterzuentwickeln, aber auch andere Tanzqualitäten und -stile kennenzulernen und zu nutzen. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für das Komponieren und Erstellen von Material aus dem Bewegungsrepertoire der Tänzer:innen, mit dem Ziel, die Grenzen dieser Tänzer:innen zu erweitern und mit seinem eigenen Stil und ästhetischen Vorstellungen von Tanz zu verweben. Dies wurde zu seiner charakteristischen Arbeitsweise, ebenso wie die gesellschaftskritischen, politischen und persönlichen Themen in seinen Kreationen.

Ivy Monteiro

Ivy Monteiro entwickelt figurative Darstellungen in Tanz, Performance & Musik. Mit ihren fluiden Gestalten und Charakteren vereint they Themen wie Feminity und Gender, sowie soziale und ethnische Stereotypen. Ausserdem werden vermeintliche Ahnen und die Spiritualität neu interpretiert und in futuristischen Stücken dargestellt. Ivy ist auch bekannt als Mother Tropikahl Ivy B. Poderosa – sie produziert Veranstaltungen mit Fokus auf ein migrantisches QTIBPOC-Publikum in der Schweiz. Ivy Monteiros Werke wurden bisher im Museu da Imagem e do Som de São Paulo, Queer Biennial II in Los Angeles, Les Urbaines in Lausanne, Eco Futures Festival in London und anlässlich der Eröffnungsfeier des Schweizer Pavillons an der Biennale Venedig 2019 präsentiert.

Daten / Reservation
  • Pay as much as you want

Studio 2
Tanzhaus Zürich
Wasserwerkstrasse 127a
8037 Zürich

  • Dauer: 5h
  • Nonverbal, ohne gesprochenen Text
  • Rollstuhlgängig
  • Pay as much as you want

Studio 2
Tanzhaus Zürich
Wasserwerkstrasse 127a
8037 Zürich

  • Dauer: 3h
  • Nonverbal, ohne gesprochenen Text
  • Rollstuhlgängig