20251120 13

Special

New Kyd, Kymbali Williams, Ophelia Young, Frances Chiaverini

Immersive Dance Concert: I'll meet you at the end

I’ll Meet you at the End ist ein immersives Tanzkonzert-Erlebnis. Diese einmalige Veranstaltung verbindet eindringliche Erzählkunst, Live-Musik und viszerale Tanzpartituren. Inspiriert wurde sie von der Strassburger Tanzwut (1518), bei der die 200 Einwohner:innen der Stadt bis zum Tod tanzten.

Durch postmoderne Tanzvariationen und das Geisterstück The Woman in Black* werden unterdrückte Geschichten und übernatürliche Tänze wieder zum Leben erweckt. Die Performance lässt die Grenzen zwischen Konzert, Tanzabend und Performancekunst verschwimmen: Das Publikum betritt einen Grenzbereich zwischen Leben und Tod, Protest und Erschöpfung, Liebe und Schmerz, in dem sich gespenstische Choreografien durch Klang, Gesang und Bewegung entfalten.

*The Woman in Black (1989) ist ein gotisches Theaterstück, das im Londoner West End uraufgeführt wurde. Im Mittelpunkt dieser Geistergeschichte steht der rachsüchtige Geist einer Frau, dessen Erscheinungen mit Trauer, Verlust und der unausweichlichen Rückkehr der Vergangenheit verbunden sind.

Choreografie, Produktion New Kyd
Musik Kymbali Williams
Tanz Ophelia Young, Frances Chiaverini
Dramaturgie Fredi Thiele
Produktionsleitung Kelly Tuke
Musik Beitrag Kiji Suedo

Koproduktion Tanzhaus Zürich

New Kyd

New Kyd ist  Bewegungskünstler:in, DJ und Klangkünstler:in mit Sitz in Zürich. Geboren in Grossbritannien als Kind nigerianischer Eltern, hat sich Kyds Praxis an der Schnittstelle von diasporischer Identität, Ritual und experimenteller Tanzperformancekunst entwickelt. Kyd hat einen BA in Tanz von der University of Roehampton und untersucht/praktiziert Tanz durch eine historische (soziale) Linse und somatische Bewegungspraktiken.

Kyds künstlerische Praxis verbindet Bewegung, Klang und abstraktes Geschichtenerzählen aus einer hauntologischen Perspektive. Ihre Praxis ist in modernen, postmodernen und somatisch geprägten Formen verwurzelt. Die Arbeit speist sich aus der Erforschung der Yoruba-Kosmologie durch zeitgenössische Musen, ritualisierte Performances und postmodernes tänzerisches Denken. Kyd betrachtet Performance als Ort der Übertragung. Durch Wiederholung, klangliche Experimente und verkörperte Forschung werden Rituale, Erinnerung und Widerstand/Beharrlichkeit im Kontext zeitgenössischer Performances erforscht.

Kyd untersucht Themen wie urbane Isolation, Unsichtbarkeit, Opulenz, Begehrtheit und spektralen Widerstand im zeitgenössischen Stadtleben. Sie findet Geschichten, Stimmen und Musen, die aus der Tanzgeschichte, übernatürlichen Erzählungen, der Populärkultur und rituellen Praktiken stammen, um eine fragmentierte und doch intime choreografische und klangliche Landschaft zu schaffen. Ihre Arbeit befindet sich an der Schnittstelle zwischen postmodernem Tanz, Ritual und diasporischer Verkörperung. Kyd konfrontiert westliche Narrative von Unabhängigkeit und Sichtbarkeit und thematisiert Tanz als strukturelle und politische Bedingung.

Ensemble des Schauspielhauses Zürich (2018–2020), Trajal Harrells, Tanzensemble Zürich (seit 2019) und seit 2020 assoziierte Künstler:in am Tanzhaus Zürich. Zu ihren Kollaborationen zählen Künstler:innen wie Ligia Lewis, Wu Tsang, Paul Maheke, Jeremy Nedd, Akram Khan, Kandis Williams und Tiran Willemse. Kyd hat an Institutionen wie dem Tanzhaus Zürich, der Gessnerallee, der Berghain Halle (Berlin), Movement Research in der Judson Church (NYC), dem Cabaret Voltaire (ZH) und dem Museum Rietberg (ZH) präsentiert.

Kymbali Williams

Kymbali Williams ist eine Multi-Instrumentalistin, Produzentin, Komponistin und interdisziplinäre Performancekünstlerin, die zwischen Estland und der Schweiz lebt. Ihre Arbeit untersucht die Schnittstellen von Klang, Bewegung und audiovisuellem Raum und verwebt dabei Stimme, Klage, Erinnerung und interkulturelle Performance.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen performative Audio-Spaziergänge – ortsspezifische Klangperformances, die die Teilnehmer:innen mit gesprochenem Wort und genreübergreifenden Klanglandschaften durch urbane Landschaften führen. Diese Spaziergänge, die in der Psychogeografie und Embodiment-Forschung verwurzelt sind, fungieren als eine Form des Singens durch die Stadt und verwandeln Fussgängerwege in intime Hörerlebnisse.

Ophelia Young

Ophelia Young wurde in Harlem, New York City, geboren und wuchs in einem Dorf in Österreich auf. Nach ihrem Bachelor of Arts an der Folkwang Universität der Künste in Essen tanzte Ophelia viele Jahre lang hauptberuflich beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Von 2021 bis zum Beginn der Saison 23/24 beim Ballett Basel arbeitet sie international als freischaffende Performerin und Co-Autorin. Seit 2021 ist sie ausserdem als Probeleiterin für die Pina Bausch Foundation und deren Projekte tätig. Im Laufe ihrer Karriere hat sie unter Anderen mit Artmann&Duvoisin, Ben J. Riepe, Dimitris Papaioannou, Jorge Puerta Armenta, L Twills, Magdalena Weniger, Mertixell Aumedes, Mirjam Klebel, Nathalie Larquet, Rainer Behr, Saar Magal, Senga Nengudi, Studio Stefan Jovanović und Tim Etchells gearbeitet.

Frances Chiaverini

Frances Chiaverini (Pittsburgh 1981) ist Absolventin der Juilliard School, Performerin, Regisseurin und Choreografin und arbeitete zuletzt mit Pierre Huyghe, Trajal Harall, Bruch’ in München sowie mit William Forsythe und Anne Imhof in Frankfurt zusammen. Sie war 2020 Resident Fellow am Center for Ballet and the Arts der NYU und am Pact Zollverein Choreographic Center in Essen, wo sie die kreative Plattform WHISTLE mitleitete, die sich für die Sicherheit und das Wohlbefinden von Tänzer:innen einsetzt. Ihre Arbeit wurde vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und M2ACT Migros Kulturprozent in Zürich unterstützt, wo sie heute mit ihrem 5-jährigen Sohn lebt. 

Daten / Reservation
Samstag, 21.03.2026
Clock 20:00 — 23:00
  • Soli: CHF 15
  • Regulär: CHF 10
  • Budget: CHF 5

Bühne 2
Tanzhaus Zürich
Wasserwerkstrasse 129
8037 Zürich

  • Dauer: 3h
  • Englisch
  • Rollstuhlgängig

  • Dunkelheit
  • Lautstärke
  • Nebel