Show

Teresa Vittucci, Colin Self

Trilogie In Praise of Vulnerability: DOOM

Zum ersten Mal zeigt Teresa Vittucci ihre Trilogie In Praise of Vulnerability in ihrer Gesamtheit. Die Arbeiten HATE ME, TENDER, DOOM und SANE SATAN sind alle in derselben Woche im Tanzhaus Zürich zu Gast. Eine seltene Gelegenheit, das Schaffen Vittuccis als geballte Ladung (erneut) zu erleben.

In DOOM, dem zweiten Teil der Trilogie In Praise of Vulnerability, erkunden Teresa Vittucci und Komponistin und Performerin Colin Self den Ursprung des Weiblichen, wie er in der griechischen Mythologie und im biblischen Buch Genesis mit den Figuren Eva und Pandora angelegt wurde. Beide werden in ihren Erzählungen als die ersten Frauen der Welt dargestellt. In christlich-jüdischen und anderen abrahamitischen Gesellschaften sind ihre Geschichten bis heute wirksam. Sie legen die Grundlagen dafür, was als weiblich verstanden, geformt und begrenzt wird.

Eva und Pandora, deren Erzählungen bis heute als warnende Geschichten über die Gefahren weiblichen Wissens gelesen werden, prägen das Verständnis von Weiblichkeit und die Stellung von Frauen sowie aller, die diesem Geschlecht zugeordnet werden, in gesellschaftlichen Strukturen. Das Stück untersucht diese Figuren, ihre parallelen Schicksale, die Art, wie sie erzählt werden, und die Wirkungen, die diese Narrative entfalten.

In einer für Vittucci charakteristischen Verbindung aus Poesie und Humor begeben sich die beiden Performer:innen in das Feld des ungewissen Wissens, das diese Geschichten transportieren. Wer wird verletzt, wenn weibliche Neugier auf patriarchale Strukturen trifft? Und welches Risiko birgt die Entscheidung, dennoch hinzusehen?

Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Publikumsgespräch zwischen Teresa Vittucci und Dr. phil. Andrea Zimmermann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleitung «Gender- und Diversitätsmonitoring in Kulturbetrieben» statt.
In Zusammenarbeit mit artofintervention.ch

Trilogie

HATE ME, TENDER zeigen wir am 7. April.
SANE SATAN zeigen wir am 12. April.

Frauenwissen in der Männerwelt.
Verboten, verpönt und unbequem.

«Frag nicht nach.»

«Du brauchst nicht alles wissen.»

Nachfragen und wissen wollen war für Frauen lange verboten und verpönt.

Das lernen wir schon als Kinder aus der Bibel.
Gott hat die neugierige Eva aus dem Paradies vertrieben, nachdem sie in den verbotenen Apfel gebissen hat. Und auch die griechische Legende von Pandora warnt vor der neugierigen Frau: Als Pandora trotz einer Warnung von Zeus die Büchse öffnet, bringt sie Unheil über die Menschen.

Neugierige und ungehorsame Frauen galten als unbequem.

Das Stück DOOM hinterfragt die Geschichten von Eva und Pandora.

Es stellt den Zuschauerinnen und Zuschauern die Fragen:
Wie wirkten Eva und Pandora auf unsere Gesellschaft?
Wie haben sie das Leben der Frauen beeinflusst?

Teresa Vittucci zeigt, wie Frauen in die traditionelle Männerwelt des Wissens vordringen und und dabei ihre eigenen Wahrheiten entdecken.

Teresa Vittucci sucht mit viel Humor und Poesie nach Antworten.
Gemeinsam mit dem Performer Colin Self entwickelt sie einen feministischen Blickwinkel. Und lässt auch andersartige Gedanken zu, frei von weiblichen oder männlichen Symbolen.

  • Ab 16 Jahren

Choreografie, Gesang, Performance Teresa Vittucci
Musik, Gesang, Performance Colin Self
Szenografie Anna Wohlgemuth
Lichtdesign Thomas Giger
Technische Leitung Marek Lamprecht, Anahí Pérez
Dramaturgische Beratung Benjamin Egger
Dramaturgische Begleitung Tanzhaus Zürich Marc Streit
Produktionsleitung Kira Koplin / GROUNDWORKERS
Produktionsleitung Trilogie Laeticia Blättler (Moin Moin Productions)
Administration Karin Erdmann
Diffusion Jérôme Pique
Produktion OH DEAR! Zürich und OH DEAR productions

Koproduziert von Tanzhaus Zürich, Dampfzentrale Bern, Arsenic Lausanne, Théâtre St-Gervais Genève, Art Stations Foundation CH, Sophiensæle Berlin und WUK Wien

Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Migros-Kulturprozent, Stiftung Ernst Göhner und Stadt Wien Kultur
Tournee gefördert durch Migros-Kulturprozent

Speziellen Dank an Theater Neumarkt und Muzeum Susch

Fotos Byron Gago

Teresa Vittucci

Teresa Vittucci ist ein:e in Wien geborene Künstler:in und seit 2015 in Zürich ansässig. Ihre Arbeit ist im Bereich der zeitgenössischen Tanzperformance verwurzelt und untersucht feministische und queere Perspektiven auf Popkultur, Geschichte und Religion. Subversive Witze sind immer Teil des Prozesses, wobei Humor ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit ist. Neben Teresas umfangreicher Solotätigkeit arbeitet sie mit anderen Künstler:innen wie Colin Self, Marilú Mapengo Namoda, Annina Machaz, Simone Aughterlony, Nils A. Lange, Michael Turinsky und Claire V. Sobottke, Melanie Jame Wolf sowie dem Theater HORA zusammen.

Teresa wurde 2018 mit dem Anerkennungspreis der Stadt Zürich als Performer:in ausgezeichnet und erhielt 2019 den Schweizer Tanzpreis für den ersten Teil ihrer Trilogie HATE ME, TENDER. Im Jahr 2022 kreierte sie das Solo RIDE auf Einladung des Centre Pompidou und Leopoldine Turbat als Antwort auf das wichtige feministische Werk der Avantgarde-Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger. SACRE! - eine Zusammenarbeit mit Annina Machaz und dem Theater HORA - hatte im selben Jahr Premiere. Im Herbst 2023 wurde Teresa vom Deutschen Theater Berlin eingeladen, ihr Solo neu zu interpretieren. Das Ergebnis, HATE ME, TENDER_revisited, ist Teil des Repertoires und wird regelmässig in Berlin aufgeführt. Im März 2024 wird Teresa das dritte Werk ihrer Trilogie im Tanzhaus Zürich uraufführen.

Colin Self

Colin Self (geb. 1987 in Oregon, USA) ist Künstler:in, Komponist:in und Puppenspieler:in und lebt in Brooklyn, New York, und Berlin. Self schafft Musik, Performances und neue Systeme für die Interaktion mit dem menschlichen Geist, die sich über ein Spektrum zwischen Lebenden und Verstorbenen erstrecken. Da sich viele der Praktiken um die vorübergehende Zusammenkunft von Gemeinschaften drehen, umfasst their Arbeit kollaborative und dialogische Experimente. Seit 2013 leitet Self XOIR, eine alternative Form des Gruppengesangs, und gründete 2022 gemeinsam mit Mitarbeiterin Monica Mirabile die Performance-Schule TIAPS. Zu Selfs jüngsten Auftragsarbeiten gehören Where The Souls Go (2024), ein Theaterstück im Auftrag des New Theater Hollywood, Kompass (2023), eine Trilogie, die für die Staatsoper Hannover komponiert wurde, und Tip the Ivy (2022), eine Oper, die 2022 im Performance Space NY uraufgeführt wurde. Letztes Jahr war Self Resident Artist bei Callie’s Berlin und wird im Herbst 2024 Artist in Residence bei La Becque sein. Their erweitertes drittes Album, respite and levity for the nameless ghost in crisis, erscheint am 13. Februar bei RVNG Intl.

Daten / Reservation